Aktuelles

Aktuelle Information zur Influenza

Schwer verlaufende Influenzafälle und Impfversager zu erwarten

Die Daten zur Lage der aktuellen respiratorischen Infektionserkrankungen werden seit 1.10 2014 europaweit erfasst. Hier zeigt sich, dass in den EU/EEA-Ländern zurzeit vorrangig Influenza-A-Stämme des Typs H3N2 zirkulieren (>70%), gefolgt von H1N1 pdmog (>20%) und Influenzavirus Typ B-Stämmen.
In der letzten Saison zeigte sich, dass Infektionen mit H3N2-Stämmen häufiger mit einem schweren Erkrankungsverlauf assoziiert waren im Vergleich zu Infektionen mit H1N1- oder Typ-B- Viren.

Hinweis auf eine aktuelle „Antigen Drift“ bei H3N2-Viren

Erste Daten aus den USA weisen darauf hin, dass sich unter den zirkulierenden H3N2- Viren antigenetische Varianten befinden, die sich von denen im aktuellen Impfstoff befindlichen maßgeblich unterscheiden.

Aktuell lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

1.               In den EU/EEA-Ländern zirkulieren H3N2-Varianten die sich antigenetisch von den im Impfstoff verwendeten H3N2-Varianten unterscheiden.

2.              Aktuell zirkulierende H1N1-Varianten und die Influenza-B-Stämme entsprechen den Antigenvarianten des aktuellen Impfstoffs.

Diese Beobachtung zeigt auf, (i) dass in der Influenzasaison 2014/2015 mit einer erhöhten Zahl an schweren Erkrankungen zu rechnen ist, da vorrangig H3N2-Viren zirkulieren und (ii) dass aufgrund der Antigen-Drift zurzeit zirkulierender H3N2-Viren auch mit einer erhöhten Rate an Erkrankungsfällen bei aktuell geimpften Personen zu rechnen ist.
Da alle bisher charakterisierten Viren gegen Oseltamivir und Zanamivir sensibel sind, sollten Risikopatienten im Erkrankungsfall sehr frühzeitig therapiert werden (an Tag 1 nach Erkrankungsbeginn!) und auch die Postexpositionsprophylaxe bei diesen Patienten durchgeführt werden.

Vorgehen bei Influenzaverdacht:

1. Rachenabstrich zur PCR-Diagnostik auf Influenza einsenden.
2. Ergebnis innerhalb von maximal 24 h abwarten.
3. Bei Risikopatienten innerhalb von 24 h antivirale Therapie einleiten.
4. Bei Risikopatienten auch Postexpositionsprophylaxe durchführen.

Weitere Informationen unter:
http://www.ecdc.europa.eu/en/Pages/home.aspx
https://influenza.rki.de/
http://www.pei.de


Verfasser: Prof. Dr. med. habil. Frank T. Hufert



Veröffentlicht am: 2015-02-26 08:30:40